Life

“Wie geht es dir ?” – Die unehrlichste aller Fragen

Willkommen zurück auf meinem Blog. Schön, dass ihr wieder vorbeischaut. Als erstes stelle ich euch die Frage: wie geht es euch ? Denkt wirklich einen kurzen Moment darüber nach und beantwortet für euch diese Frage ehrlich. “Wie geht es dir ?” eine der meistgestelltesten Fragen, die eigentlich aber niemanden wirklich interessiert. Wieso ist das so ? Warum fragen wir Menschen in unserer Umgebung nach ihrem Gemütszustand, wenn wir es eigentlich gar nicht so genau wissen wollen ? Und wie gehen wir damit um, wenn wirklich mal jemand ehrlich antwortet und nicht nur daher faselt, es geht gut ?

Wie ihr meinen ersten Zeilen entnehmen könnt, schlage ich im heutigen Blogpost ein “ernsteres” Thema an. Die letzten Wochen ja vielleicht sogar Monate waren wirklich unfassbar schwer für mich. Es gab sehr viele Veränderungen in meinem Leben die man erst einmal verarbeiten muss. Jeden Tag aufzustehen war ein neuer Kampf. Ich habe mich viel mit mir selbst beschäftigt, reflektiert und einiges in Frage gestellt. Ich bin eine Person die ein Stehaufmännchen ist. Hinsetzen und jammern wenn man hingefallen ist, war noch nie meine Art. Gibt es ein Problem, löse es, war immer meine Devise. Allerdings muss ich gestehen, die letzten Herausforderungen die mir gestellt worden sind, waren teileweise so schwierig, dass ich einfach länger sitzen bleiben musste um zu überlegen, wie ich diese Hindernisse überwinde.

Mir wuchs alles über den Kopf. Selbst die kleinsten und einfachsten Dinge haben mich schon so sehr angestrengt und an meinen Kräften gezogen, sodass ich mich schon total ausgelaugt fühlte, wenn ich nur ein bisschen was im Haushalt gemacht habe. Arbeiten, Weiterbildung, Haushalt, Freunde und Familie, das alles will miteinander vereinbart werden. Wie geht man damit um, wenn man so wenig Zeit hat, aber alles seine Zeit benötigt? Zeit, dass ist das, was meinstens hinten und vorne nicht reicht. Ein Tag hat 24 Stunden, 8 Stunden (also schon mal ein Drittel des Tages) verbringt man mit der Arbeit. Alle Aufgaben, die erledigt werden wollen, müssen entsprechend gut geplant werden. Mir ist die Zeit buchstäblich in den Fingern zerflossen. Ich kam gar nicht mehr mit meinen Aufgaben hinterher.

“Wie geht es dir?” wurde auch ich öfter gefragt. Wie oft habe ich darüber nachgedacht einfach mal die Wahrheit zu sagen. Man entscheidet sich allerdings dafür, sie einfach für sich zu behalten. Man hat Angst: davor nicht verstanden zu werden, Angst ausgelacht zu werden oder einfach nur gesagt zu bekommen, man soll sich nicht so anstellen. Jeder Mensch hat eine andere Toleranzschwelle um mit Belastungen umzugehen. Ich konnte immer Menschen nicht verstehen, für die alles so schwer ist. Aus Erfahrung kann ich euch nun sagen: Man sollte niemals über Situationen urteilen, wenn man nicht selbst betroffen ist. Sobald man aber Betroffener ist, fühlt man sich so schwach.

Es ist schwer, alleine wieder aus solch einem Loch herauszukriechen. Wenn man erst einmal tief in einer ausweglosen Situation ist, fühlt es sich an, als kämpft man gegen Treibsand. Bei mir haben verschiedene Dinge geholfen. Es kommt auch immer darauf an, was einen gerade beschäftigt. Bei mir war es eine Mischung aus: “Mir wird alles zu viel”, selbst einfache Dinge haben mich schon überfordert und “Ich weiß nicht mehr wo mir der Kopf steht”. Ich bin weggefahren und habe den Kopf versucht freizubekommen. Ich habe Dinge getan, die ich sonst sehr selten mache oder für die ich einfach keine Zeit habe. Ich bin raus in die Natur und habe das Leben für eingie Zeit stillstehen lassen. Mit Abstand sehen manche Dinge und viele Probleme einfach wesentlich anders aus. Zum Anderen habe ich mir bewusst gemacht, welche Probleme ich direkt lösen kann und habe mir einen genauen Plan gemacht. Ich habe viel Musik gehört. Mein Lieblingskünstler Olson hat mich dabei ziemlich unterstützt. Viele seiner Lieder sprechen mir so aus der Seele. Sein aktuelles Album “Oh Wow” hat mir viel Kraft gegeben und mir gezeigt, nach Regen kommt wieder Sonne. Für mich war der Song “Phasen” der Soundtrack in dieser schweren Zeite. Er beschreibt, dass jeder Mensch in seinem Leben durch Phasen geht und niemand einfach nur funktioniert. Wer die Person begleiten will ist herzlich eingeladen das zu tun, alle anderen können sich dann auch sehr gerne verabschieden. Mit Musik schien alles erträglicher zu werden und vor allem aber auch einfacher. Es ging mit all meinem Elan wieder bergauf. Ich kann euch nur den Rat geben, nehmt euch Zeit für euch. Egal wer was von euch will, manchmal muss man sich eben nur auf sich und seine innere Stimme konzentrieren.

Ich war an einem Punkt angekommen, an dem ich für mich entschieden habe, alles in mich reinfressen ist keine Lösung. Ich habe mich dann Freunden anvertraut. Die Ängste, die ich hatte waren vollkommen unbegründet! Man hatte Verständnis für meine Situation und hat mir wertvolle Tips gegeben, wie ich Dinge ändern kann. Manchmal hilft es auch einfach mit guten Freunden über alles zu sprechen, man fühlt sich danach so viel leichter und bekommt neue Ansätze gezeigt. Ich bin meinen Freunden so dankbar, dass ich mich nicht verstellen muss und das ich eben auch ohne Probleme meine Schwächen preisgeben kann. Das ist es doch, was wahre Freundschaft ausmacht. Meine Situation hat sich mittlerweile wieder ziemlich verbessert. Meine Freunde haben sich einfach zu mir auf den Boden gesetzt und gefragt: “Wie geht es dir?” und ich antwortete:

Mir geht’s besser den je, besser als ich dachte, besser als ich träumte, besser den je
Besser den je, muss nicht mal mehr lügen, sag nicht mehr es geht, wenn du fragst wie es geht

Olson – Schon gut

Eure PipsiLove


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